Nur wenige Heilige werden so gefeiert wie St. Patrick, der Schutzpatron Irlands. Bunte Schminke, Kleeblatt-Schmuck, Paraden und Tänze – die Feiernden legen sich mächtig ins Zeug, und die Farbe Grün steht dabei überall im Mittelpunkt. Schon beeindruckend, wenn man bedenkt, dass St. Patrick als Jugendlicher entführt und nach Irland gebracht wurde. Verrückt, oder?

Bevor du dich für den großen Tag in Schale wirfst, lies weiter und finde heraus, mit welcher Farbe sich Patrick selbst schmückte. Spoiler-Alarm: Es war nicht Grün! Und die Kleeblätter, die du dir ins Gesicht schminkst? Sie sind bedeutender, als du womöglich denkst. Hier sind acht Dinge über den St. Patrick’s Day, die du bestimmt noch nicht wusstest:

St. Patrick war ein Sklave

Blick auf die Emerald Isle

Wenn du am 17. März Spaß haben willst, gibt es keinen besseren Ort als die grüne Insel. Damals im 4. Jahrhundert hatte Patrick allerdings nicht viel Spaß. Zuerst wurde sein Zuhause im römischen Britannien von Plünderern niedergebrannt. Um die Sache noch schlimmer zu machen, wurde der 16-jährige Paddy nach Irland verschleppt und sechs Jahre lang gefangengehalten. Es gelang ihm, über die Irische See zurück zu entkommen und eine religiöse Ausbildung zu beginnen. Später kehrte Patrick – oder Maewyn Succat, wie er damals genannt wurde – zurück und befreite Irland angeblich von seinen Schlangen. Darauf sollten wir anstoßen!

St. Patrick hüllte sich in Blau

Mann in Blau gekleidet trägt ein Kostüm und reitet ein Pferd

Du würdest unangenehm aus der Masse herausstechen, wenn du am Paddy’s Day blaue Kleidung trägst. Würde der heilige Patrick allerdings selbst durch die Straßen von Dublin laufen, wärst du wiederum in guter Gesellschaft. Die meisten Historiker sind sich einig, dass er Blau trug, nicht Grün. Nach dem irischen Aufstand von 1798 gegen die britische Herrschaft wurde das Kleeblatt zu einem Symbol des Nationalismus. Bald wurde das Tragen von Grün zum Symbol für den Kampf um die irische Unabhängigkeit. Hinter diesen grünen Kostümen steckt also mehr, als man denkt!

Das Kleeblatt repräsentiert die heilige Dreifaltigkeit

Frau mit Kleeblatt auf der Wange

Heutzutage erfinden Unternehmen markante Logos, um ihre Marke zu repräsentieren. Damals im vierten Jahrhundert war das nicht viel anders. Als St. Patrick als Missionar nach Irland kam, wählte er das Kleeblatt, um das Christentum zu symbolisieren. Wieso? Die drei Blätter symbolisieren Gott: in Form des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Und das vierte Blatt? Der Legende nach trug Eva im Garten Eden ein solches Kleeblatt.

Irische Bars feierten den Tag erst in den Sechzigern

Ein Mann und eine Frau an einer Bar beim Anstoßen mit Bier

Der St. Patrick’s Day ist bekannt als einer der feucht-fröhlichsten Tage im Jahreskalender. Doch bis 1961 konnte man an diesem Tag in einem irischen Pub kein Bier trinken. Das streng katholische Land war besorgt über das Saufgelage während der Fastenzeit. Deshalb zwang die Regierung alle Pubs, am 17. März zu schließen. Seit den 60er Jahren hat sich in den irischen Bars jedoch eine ganz andere Szene etabliert.

St. Patrick’s Day-Partys begannen in den Staaten

Blick auf den grünen Chicagoer Fluss mit einem Schiff, das unter einer Brücke durchfährt

Sein Name mag ein Synonym für Irland sein, aber in Wirklichkeit ist St. Patrick ein globales Phänomen. Tatsächlich starteten die Paraden zu seinen Ehren in den USA. Irische Soldaten in der englischen Armee fingen 1762 an, den Tag mit Märschen durch New York City zu feiern. Mittlerweile ist die Stadt Chicago so verrückt nach dem Paddy’s Day, dass sie den Chicago River grün färbt!

Ein Franziskanermönch machte den St. Patrick’s Day zu einer großen Sache

Gruppe von Menschen marschiert mit einem als Priester gekleideten Mann an der Spitze

Wenn du diesen Paddy’s Day feierst, denke auch an den weniger bekannten Luke Wadding. Ohne den Einfluss dieses Franziskanermönchs würden wir diesen Tag wohl kaum noch feiern. Wadding war ein Fürsprecher der unterdrückten irischen Katholiken im Vatikan. Dort setzte er sich dafür ein, dass St. Patrick von der Kirche als Feiertag anerkannt wurde.

St. Patrick ist der Schutzpatron von Montserrat und Irland

Blick auf die Karibikinsel Montserrat

St. Patrick’s Day – das ist doch der Tag, an dem man sich als Kobold verkleidet und literweise Guinness schluckt, oder? Nun ja, auf der Karibikinsel Montserrat feiert man noch aus einem anderen Grund. Am 17. März 1768 gab es auf der Insel eine Sklaven-Rebellion. Was das mit Irland zu tun hat? Nun, die Iren waren einige der ersten Siedler dort. Heutzutage gibt es ein zehntägiges Festival zu Ehren des Aufstandes. Das ist eine Party, die es in sich hat (tropischer Punsch und so…).

Die Iren schenken dem US-Präsidenten jedes Jahr eine Schale mit Kleeblättern

Bild mit Kleeblättern

Glück ist nicht das einzige, was man braucht, um den wichtigsten Job der Welt gut zu machen. Doch ein vierblättriges Kleeblatt in einer Schale mit Kleeblättern zu finden, kann nicht schaden! Jedes Jahr gibt der irische Regierungschef – auf Irisch Taoiseach genannt – dem amerikanischen Präsidenten genau dieses Geschenk. Seit den 1950er Jahren wird jedes Jahr die Kristallschale in Washington überreicht.

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