Im Laufe der Geschichte hat Berlin mehr Wandlungen hingelegt als eine Drag-Show bieten kann. Lange, bevor die deutsche Hauptstadt für Techno berühmt wurde, war sie die Heimat des preußischen Königshauses und Mittelpunkt des Zweiten Weltkriegs. Bevor du Berlin auf deine Reiseliste setzt: Spaziere jetzt gleich mit uns durch die Kapitel seiner bunten Geschichte. Du wirst dann bei deinem zukünftigen Besuch umso mehr mit Wissen glänzen können. Hier sind die beeindruckendsten Fakten zur Berliner Geschichte: 

1. Berlin ist älter als Deutschland

Berlin erlebte als Hauptstadt Preußens turbulente Zeiten

Berlin hat rund 800 Jahre auf dem Buckel, während die (erste) deutsche Republik erst vor rund 102 Jahren ausgerufen wurde. Berlin nahm im 13. Jahrhundert seinen Lauf mit zwei mittelalterlichen Kaufmannssiedlungen im Sumpfgebiet der Spree: Cölln und Berlin. Im Jahr 1432 wurden beide Teile offiziell vereinigt, Friedrich II. kürte Berlin zur Hauptstadt Brandenburgs.

2. Napoleon plünderte die Statue auf dem Brandenburger Tor

Auf dem Brandenburger Tor thront die beeindruckende Quadriga

Dem Eingangstor zur Akropolis von Athen nachempfunden, thront auf dem Brandenburger Tor eine Göttin, die in einem Wagen stehend von vier Pferden gezogen wird (auch Quadriga genannt). Als Berlin von 1701 bis 1918 die Hauptstadt des Preußischen Reiches war, wurde die Stadt 1806 von den französischen Truppen eingenommen. Napoleon marschierte durch die Tore und ließ die Quadriga demontieren und nach Paris befördern. Nach der Niederlage Napoleons wurde die Quadriga 1814 schließlich wieder zurück nach Berlin kutschiert. Funfact: Die Berliner nannten diesen Rücktransport übrigens Retourkutsche.

3. Berlin war die Bierhauptstadt Europas

Bierliebhaber kommen in Berlin auf ihre Kosten

Belgien und Bayern fallen einem schnell ein, wenn man an die wichtigsten Bierregionen Europas denkt. Tatsächlich wurde der Titel “Bierhauptstadt” aber schon einmal an Berlin verliehen. Heute gibt es in der “armen, aber sexy” Stadt etwa 17 aktive Brauereien, aber um das Jahr 1900 herum war Berlin der größte Bierproduzent Europas. Vielleicht warst du schon einmal in der beliebten Kulturbrauerei (ehemalige Brauerei) in Prenzlauer Berg – sie steht übrigens unter Denkmalschutz.

4. Berlins höchster “Berg” hütet ein Geheimnis

Den Fernsehturm, Berlins Wahrzeichen, kann man von allen Himmelsrichtungen aus bestaunen

Von Menschenhand geschaffene Hügel aus Kriegsschutt findet man häufig in ehemals kriegszerstörten Städten. Der 120 Meter hohe Berliner Teufelsberg ist ein jedoch Sonderfall. Unter ihm befindet sich eine unvollendete Militärakademie, die so genannte “Wehrtechnische Fakultät”, die 1937 bis 1940 gebaut, aber nie fertiggestellt wurde. Die Anlage war so stabil, dass die Alliierten sie nicht abreißen konnten. In den 1950er bis 1970er Jahren nutzten die US-Amerikaner und Briten den Hügel als Abhörstation während des Kalten Krieges. Heute kann man immer noch auf den Teufelsberg wandern und die Überreste der Radartürme sehen.

5. Berlin war eine königliche Residenzstadt

Ein Ausflug zum Schloss Sanssouci in Potsdam lohnt sich

Fühl dich wie ein Royal und bummle durch die Paläste, durch die auch schon Könige und Prinzessinnen spaziert sind. Zu Berlins berühmten Schlössern gehören zum Beispiel Glienicke und Bellevue oder in Berlins Nachbarstadt Potsdam: Sanssouci. Verpass auch nicht die größte Schlossanlage Berlins: das Schloss Charlottenburg, benannt nach Königin Sophie Charlotte, Gemahlin von Friedrich I.. Die französischen Barockelemente sind kein Zufall, das Schloss Versailles diente dem Architekten Eosander v. Göthe als Vorbild.

6. Die Charité behandelt Patienten seit mehr als 300 Jahren

Berlin beeindruckt mit Geschichte und imposanter Architektur

Als 1710 die Beulenpest Preußen bedrohte, ließ Friedrich I. vor den Toren der Stadt ein Pesthaus errichten. 1727 wandelte König Friedrich Wilhelm I. das Haus in ein “Lazarett und Hospital” und benannte es in die “Charité”. Seitdem blickt es auf eine wechselvolle und spannende Geschichte zurück. Die Charité ist heute das größte Universitätsklinikum Europas und einer der größten Arbeitgeber Berlins.

7. Kaninchen dominierten die Berliner Mauer

Die Mauer erinnert auch noch heute an die Trennung der Stadt

Auf dem Bürgersteig an der ehemaligen Berliner Mauer hast du vielleicht schon mal Messing-Kaninchen gesehen. Sie sind ein Symbol für die einst wilde Horde auf dem ehemaligen Mauerstreifen, dem so genannten “Niemandsland”, wo sich die Tierchen ungestört vermehren konnten. Der damals schwer bewachte Grenzstreifen erschwerte Ost-Berlinern im sowjetischen Sektor den Weg nach West-Berlin. Die Künstlerin Karla Sachse schuf zu Ehren der Hoppel 120 Messing-Figuren.

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