Wir alle wissen, dass der Mailänder Dom – oder Duomo, wie man ihn in Italien nennt – das Symbol für die Hauptstadt der Lombardei ist. Wir wissen auch, dass es unmöglich ist, ein Foto vor dem Dom zu machen, ohne sich wie eine Ameise zu fühlen. Aber was ist mit den weniger bekannten Details dieses architektonischen Wunderwerks? Hier sind fünf lustige (und auch ein wenig gruselige) Infos über den Mailänder Dom, die du sicher noch nicht kanntest.

1. Die Madonnina trägt eine Waffe, um sich vor den Elementen zu schützen

3 happy friends looking out the window of the Milan Duomo, Italy, and smiling. A beautiful day to enjoy great beauty.

Auf dem berühmten Dach des Doms thront seit 1774 die goldene Madonnina oder “kleine Madonna” hoch oben über dem modernen Mailand. Aus 108,5 Metern Höhe schützt sie nicht nur die Stadt vor bösen Geistern, sondern auch sich selbst vor den Elementen. Die Originalstatue wurde durch Regen und Gewitter in Mitleidenschaft gezogen und ab den 1960er Jahren im Dommuseum aufbewahrt. Heute hat sie einen neuen Rahmen aus rostfreiem Stahl und Kupferplatten verpasst bekommen. Außerdem hat die Madonnina in ihrer Hellebarde (eine axtähnliche Waffe) einen versteckten Blitzableiter, der sie bei Gewitter schützt.

2. Der Dom war 6 Jahrhunderte im Bau

Where modern meets history. Tourists around the Milan Duomo at sunset. Grab an expresso and enjoy the scenario before it's  pizza time!

Wir alle wissen, dass die Italiener sich gerne Zeit nehmen und das Leben genießen, aber der Bau des Mailänder Doms hat so lange gedauert, das er es sogar in Italien zum Sprichwort für unvollendete Projekte geschafft hat: È lungo come la fabbrica del Duomo (“Das geht schon so lange wie die Domwerkstatt”). Der offizielle Bau der gotischen Domkirche begann 1386 und wurde erst im 19. Jahrhundert abgeschlossen. Aber schon ein Blick auf die Kathedrale zeigt, dass sich das Warten gelohnt hat – es gibt 34.000 Statuen im Innen- und Außenbereich, 135 Türme, 55 Glasfenster und 150 Wasserspeier. Diese Kunstwerke sind auf einer Fläche von 11.700 Quadratmetern drapiert. Tausende von Künstlern, Bildhauern und Spezialisten aus der ganzen Welt waren daran beteiligt, den Dom zum Leben zu erwecken.

3. Archäologische Ruinen lagen unter dem Dom

Underground ruins of an Italian historical site. What was there before the Milan Duomo was built?

In der Römerzeit, als Mailand noch als Mediolanum bekannt war, gab es am heutigen Standort des Doms zwei Kirchen und ein Baptisterium. Hier befanden sich die antike Basilika Santa Maria Maggiore, Santa Tecla und die Taufkirche San Giovanni alle Fonti. Sie war das erste achteckige Baptisterium im Christentum, und der Heilige Augustinus wurde hier am Vorabend des Osterfestes 397 vom Heiligen Ambrosius getauft. Die Überreste der heiligen Thekla und die 8-eckige Form des Taufbeckens sind noch heute in der archäologischen Abteilung des Doms zu sehen.

4. Die Kleidung des heiligen Bartholomäus ist nicht das, was sie zu sein scheint

Mystery, statue of St. Bartholomew. Tourists learning about the martyr during a tour of the Milan Duomo.

Auf den ersten Blick ist die Statue des heiligen Bartholomäus in ein langes, schlichtes Tuch gehüllt. Aber natürlich steckt mehr dahinter, als man auf den ersten Blick erkennt, wenn es um diesen berühmten Märtyrer geht. Die Gläubigen unter uns werden bereits wissen, dass der Jünger auf besonders grausame Weise sein Ende fand. Und die Neugierigen? Wenn du einen Blick auf die Rückseite des Sockels wirfst, wirst du feststellen, dass der Umhang, den er trägt, zwar aus Natur­material besteht, aber nicht aus Stoff …

5. Die größte Orgel Italiens steht im Hauptaltar des Doms

Incredible! The interior of the Milan Duomo is as impressive as the outside. Huge columns and colorful stained glass windows.

Der Dom beherbergt die größte Orgel Italiens. Die große Orgel des Mailänder Doms befindet sich im Hauptaltar und verfügt über 15.800 Pfeifen und 4 Orgelgehäuse – ein instrumentales Meisterwerk, einige Pfeifen sind über 9 Meter hoch, während die kleinsten nur wenige Zentimeter messen. Auch die aufwändigen Türen, die die Pfeifen bedecken, sind kleine Kunstwerke, die mit Szenen aus dem Alten und Neuen Testament geschmückt sind.

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