Du musst nicht unbedingt leibhaftig auf der Vespa durch Rom flitzen, um den italienischen Lebensstil zu genießen. Das Schönste am Reisen ist es schließlich, das Alltagsleben vor Ort zu entdecken und sich seinen Gepflogenheiten anzupassen. Warum versüßt du dir also nicht die Wartezeit bis zu deiner nächsten Reise und lebst schon jetzt ein bisschen wie im Urlaub? Schlürf deinen Espresso im Stehen, plane Aperitivos in deinen Tagesablauf ein – und wenn der nächste Urlaub kommt, wird dich jeder für einen waschechten Italiener halten.

Sprich mit den Händen: Übe dich in landestypischen Begrüßungen, Gesten und nützlichen Ausdrücken

zwei Leute, die italienische Gesten machen und mit ihren Händen sprechen, Begrüßungen

Handgesten

Wenn es seine Sache gibt, für die Italiener weltberühmt sind – außer für Pizza natürlich – dann ist es ihre Gewohnheit, mit den Händen zu sprechen. All die italienischen Handgesten, die es zu lernen gibt, würden ein ganzes Wörterbuch füllen. Wenn dir etwas ganz ausgezeichnet mundet, kannst du zum Beispiel die Spitzen von deinem Daumen und Zeigefinger zusammenbringen, sie an die Lippen legen und küssen.

Oder, wenn du der Meinung bist, dass etwas einfach perfetto ist, also perfekt, dann nimmst du deinen Daumen und Zeigefinger zusammen und malst damit eine horizontale Linie in die Luft. Aber was auch immer du tust: Schnippe dir auf keinen Fall mit den Fingern unters Kinn … es sei denn, du hast Lust auf eine Prügelei.

Unverzichtbare Sätze

In den italienischen Großstädten ist Englisch weit verbreitet. Doch sobald du die ausgetretenen Touristenpfade hinter dir lässt, wirst du schnell merken: Es ist sehr hilfreich, ein paar italienische Asse wie die folgenden im Ärmel zu haben:

  • Per favore (bitte)
  • Grazie (danke)
  • Quanto (wie viel?)
  • Delizioso (köstlich)

Entdecke die Langsamkeit: Lebe glückselig und ohne Hast

Keiner versteht es so wie die Italiener, den Moment zu genießen. Stundenlang Schwätzchen halten, ein ausgedehntes Mittagessen zelebrieren – welchen Sinn sollte es schließlich haben, sich bei den größten Vergnügen des Lebens zu hetzen?

Am Morgen

Ob du es glaubst oder nicht: Der typisch italienische Tag beginnt recht früh. Büromenschen verlassen das Haus gegen 08:00 Uhr. Aber natürlich nicht, ohne vorher ihren Kaffee genossen zu haben – genauer gesagt: ihren Cappuccino. Ein Cappuccino mit Milch gilt als perfektes Frühstücksgetränk. Nachmittags sollte man sich aber lieber keinen mehr bestellen. Nur Touristen begehen das Sakrileg, ihn nach 11:00 Uhr zu trinken.

Frauen, die ein heißes Getränk in einer Tasse trinken ; auf einem Sessel mit Hausschuhen und Pflanzen im Hintergrund sitzen

Bereite dir deinen Kaffee zu Hause in der Espressokanne direkt auf der Herdplatte zu. Italienische Bonuspunkte gibt es, wenn du ihn anschließend an deiner Küchentheke im Stehen trinkst. In einer italienischen Bar schlürfst du deinen Espresso nämlich traditionell ebenfalls stehend, statt dich dazu an einen Tisch zu setzen – dafür würde nämlich eine Servicegebühr fällig, die sich ein echter Italiener gerne spart.

Am Nachmittag

Du fühlst dich erschöpft, nachdem du so früh aus den Federn musstest? Höchste Zeit für einen wohlverdienten Riposo (Rast). Irgendwann zwischen 12:00 und 14:00 Uhr lässt jeder Italiener seinen Griffel fallen und begibt sich in eine 2-stündige Mittagspause. Und als Azubi für italienischen Lebensstil wirst du diese schöne Gewohnheit sicher gerne übernehmen, oder?

Die beste italienische Innovation seit der Pasta ist zweifellos der Aperitivio: Zwischen 19:00 und 21:00 Uhr trifft man sich dazu auf einen Drink mit ein paar Knabbereien, um sich Appetit für das Abendessen zu holen. Also, worauf wartest du noch? Dein Aperol Spritz steht schon für dich bereit …

Beende deinen perfekten italienischen Tag mit einer ruhigen Passeggiata (gemütlicher Spaziergang). Nimm dir ein Weilchen Zeit, deine Umgebung zu bewundern. Gibt es eine zivilisiertere Art, den Tag ausklingen zu lassen?

Essen ist alles: Verkoste ganz in Ruhe die regionalen Spezialitäten

blonder Mann mit einem Bart, der Pasta in einem Topf kocht ; in einer möblierten Küche

Hier ist ein Klischee, dem du ruhig glauben darfst: Essen ist für Italiener eine verdammt ernste Angelegenheit. Wenn du essen möchtest, wie ein Italiener, dann gibt es ein paar Regeln zu beachten. Pronto (bist du soweit)?

Kenne die regionalen Unterschiede

Nicht Italien ist berühmt für Pizza, sondern Neapel. Tatsächlich hat jede Stadt und jede Region in Italien ihre ureigenen kulinarischen Spezialitäten – und ihre Bewohner sind äußerst stolz darauf. Rom ist bekannt für Cacio e Pepe (Pasta mit Käse und Pfeffer) und die legendäre Bistecca Fiorentina (Steak Florentiner Art) stammt selbstredend aus Florenz. Rede also niemals davon, dass du italienisch kochst.Wenn es Pizza gibt, isst du sizilianisch. Und mit der Polenta kommt eine regionale Spezialität aus den Dolomiten auf den Tisch.

Dame, die Pasta mit einer Gabel in einem Restaurant isst und Leopardenmuster und Sonnenbrille trägt

Perfekte Pasta

Verabschiede dich von der Idee, die Pasta am besten bergeweise zu servieren. In Italien ist sie ein Primo, eine Vorspeise, und wird in kleinen Portionen vor dem Hauptgericht gegessen. Ob nun Orecchiette (aus Apulien), Agnolotti (aus dem Piemont), oder Bucatini (aus Latium) – verspeise sie stets als 1. Gang und koch sie al dente.

Tipp: Mit Parmesan schmeckt (fast) alles noch besser. Alles außer Meeresfrüchte. Du möchtest erleben, wie einer dieser scheinbar unerschütterlichen italienischen Kellner entsetzt aufstöhnt? Dann streu dir einfach Parmesan über deine Spaghetti Marinara. Dies ist in Italien die kulinarische Todsünde Nummer 1.

Gönn dir einen edlen Tropfen aus der Region

In italienischen Restaurants und Bars wird bevorzugt Wein aus der Region serviert. Und “aus der Region” bedeutet hier oft “vom Boutique-Weingut aus dem nächsten Dorf” oder sogar “aus eigener Herstellung”. Okay, wir geben zu, dass dies zu Hause etwas schwierig werden könnte. Aber du kannst zumindest denken wie ein Italiener und dir überlegen: Welche Weine und Erzeugnisse stammen aus meiner Region? Entscheide dich für diese Produkte und du hast schon einen großen Schritt auf dem Weg zum Slow-Food-Meister im italienischen Stil gemacht.

Oh, und beim Essen selbst lassen es die Italiener auch gerne gemächlich angehen. In Italien wird dich ein Kellner niemals hetzen. Also zelebriere auch zu Hause deine Mahlzeiten ganz in Ruhe. Schließlich sind sie der beste Teil des Tages.

Beste Unterhaltung auf Italienisch: Fußball, Filme und die schönen Dinge des Lebens

Italienische Fußballfans lieben es, ein Spiel in einem Stadion zu schauen ; sie tragen den italienische Flagge und dreifarbigem Make-up auf den Wangen

Sonntage sind in Italien der Religion gewidmet … der Fußballreligion. Die meisten Italiener sind Fußballfanatiker. Such dir ein Team aus, schau dir die Partien im Live-Stream an und hab Spaß.

Easy Listening

Italiener lieben Musik. Und auch jenseits der Oper gibt es jede Menge italienische Musik zu entdecken. In Städten mit junger Bevölkerung, wie etwa Bologna und Mailand, finden Musikliebhaber eine quicklebendige Szene vor. Eine Kostprobe für daheim gefällig? Hör dir Patchanka an, eine Musikrichtung die klassische italienische Volkslieder mit Punk-Einflüssen verbindet.

Italienische Größen der Leinwand und Literatur

Wenn es um italienischen Film geht, gibt es einen Namen, den du definitiv kennen solltest: Fellini. Federico Fellinis überbordende Filmdramen haben in den 1960er Jahren die Welt im Sturm erobert. Kein Film führt dir den Glamour und Zauber Roms zur Mitte des letzten Jahrhunderts unvergesslicher vor Augen als La Dolce Vita.

Italien verfügt über ein beneidenswertes literarisches Erbe, mit Klassikern von Weltruf wie Dantes Inferno und dem Decameron. Solltest du allerdings mehr an den aktuellen Entwicklungen in der italienischen Literaturszene interessiert sein, dann führt kein Weg vorbei an Elena Ferrante, der Autorin, die das Ferrante-Fieber ausgelöst hat. In den 2010er Jahren wurde Elena Ferrantes Neapolitanische Saga im Handumdrehen zum Klassiker. Die Romanserie nimmt ihren Anfang im Neapel der 1950er Jahre und erzählt die Geschichte der turbulenten Frauenfreundschaft zwischen Lila und Lenu.

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