Wenn es um das Beste geht, was eine Stadt zu bieten hat, fragt man am besten einen Profi. Und wer könnte sich besser auskennen als – richtig! Die Einheimischen. Um herauszufinden, welches die beste Foodtour in Thessaloniki ist, wandten wir uns daher vertrauensvoll an Danai Spania, Tourguide und kulinarische Expertin von Epiculiar Tours. Die zweitgrößte Stadt Griechenlands, auch bekannt als „die Co-Hauptstadt“ dank ihrer Rolle als Co-Regierung des ostbyzantinischen Reiches, verfügt über eine lange und stolze kulinarische Tradition. Aber genug geredet, lasst uns herausfinden, was Danai sich Leckeres für uns ausgedacht hat!

Welches ist dein Lieblingsklassiker unter den traditionellen Gerichten aus Thessaloniki? 

Das ist einfach: bougatsa. Mit seiner reichen Geschichte bis zurück in die Zeit des Byzantinischen Reiches ist es sowohl eines der bekanntesten als auch mein persönliches Lieblingsgericht aus meiner Heimatstadt. Egal ob auf dem Weg zur Arbeit, als kleiner Snack zwischendurch oder als Katerfrühstück nach einer ausgelassenen Nacht, das gefüllte Gebäck aus Blätterteig gehört in Thessaloniki einfach zum Alltag dazu. Wer die lokale Köstlichkeit probieren möchte, sollte dies vor zwei Uhr Nachmittags tun, denn um diese Zeit schließen respektable bougatsa-Bäcker ihre Pforten. Und für diejenigen, die sich einfach nicht zwischen süß und herzhaft entscheiden können: Wie wäre es mit einer halben Portion Feta und einer halben Portion Vanillecreme? Alles ist möglich.

Was sollte ich bestellen, wenn ich Lust auf Süßes habe?

Du solltest auf jeden Fall tsoureki probieren. Nirgendwo in Griechenland (oder auf der Welt) bekommt man so gutes tsoureki wie in Thessaloniki. Die Qualität dieser süßen Brioche-Verführung steht und fällt mit der Butter, mahleb, und natürlich der mastiha, ein aromatisches Gewürz von der Insel Chios. Es gibt zwar sehr viele verschiedene Varianten, mein absoluter Favorit ist jedoch die mit weißer Schokoladenglasur und Maronenfüllung. Aber auch einfache, frisch gebackene tsoureki mit Nutella sind einfach ein Traum. Vergiss nicht, ein Glas Milch dazu zu trinken! Mmmm…

Was ist das beste Streetfood, das man in Thessaloniki bekommt? 

Wenn du durch die Straßen von Thessaloniki spazierst, kommst du um den verführerischen Duft von Gyros und Souvlaki nicht umhin. Dieses leckere Streetfood wird perfekt gewürzt und auf den Punkt gegrillt – wie ein gutes Barbecue. Egal ob Schwein oder Hühnchen, Gyros und Souvlaki lassen sich immer vielseitig kombinieren, zum Beispiel mit Pitabrot, Zaziki, Tomaten, Zwiebeln, Pommes, Ketchup und Senf (und vergiss nicht etwas Extra-Oregano).

Welches außergewöhnliche Essen sollten die kulinarisch Unerschrockenen unter uns probieren?

Patsas! Man liebt sie oder man hasst sie. Die traditionelle Kuttelsuppe füllt bereits seit über 60 Jahren die Bäuche der Thessalonicher – und ist nichts für schwache Nerven. Die Spezialität aus Innereien (man könnte auch sagen „essbare Magenschleimhaut“) und Schweine- oder Rinderfüßen wird entweder mit dick geschnittenem Fleisch (hontrokommeno) oder mit fein geschnittenem Fleisch (psilokommeno) serviert. Wenn du es möglichst traditionell magst, bestelle deine “patsas-Suppe mit kokkino (Fett aus der Fleischbrühe mit rotem Pfeffer), fein gehacktem Knoblauch mit Essig, bekannt als skordostoubi, und boukovo (Chiliflocken). Übrigens, patsas ist das perfekte Heilmittel für all diejenigen, die ihren Kater von letzter Nacht auskurieren möchten – falls dein Magen ein wenig Magen verträgt.

Welchen Snack für zwischendurch gönne ich mir am besten bei meinem Stadtbummel? 

Der beste Snack ist definitiv koulouri. Mit diesem Brotkringel voller Proteine, Nährstoffe und Kohlenhydrate hast du genug Power, um die komplette Stadt zu erkunden. Was koulouri so besonders macht, sind ohne Zweifel die Sesamkörner, eine essentielle Zutat für das ikonische Hefeteiggebäck. Was könnte schöner sein, als morgens in ein frischgebackenes koulouri zu beißen und sich auf den Weg nach Kapani zu machen, der berühmte Freiluft-Markt von Thessaloniki, für ein paar frische Oliven und Feta oder Graviera-Käse. Aber sei vorsichtig! Die Kombination kann geradezu süchtig machen. 

Und wohin gehe ich in Thessaloniki für gutes Essen und einen geselligen Abend? 

In die mezedopolia. Das sind gemütliche Esslokale, wo die Mahlzeiten gesellig, die Gespräche anregend und der Wein, tsipouro, resina, oder ouzo im Überfluss verfügbar ist. Hier zeigt sich Thessaloniki von seiner kosmopolitischen Seite. Mezze zu essen, bedeutet teilen. Als Gruppe bestellt man sechs oder mehr der kleinen, bunten Teller und bedient sich nach Herzenslust von allen Gerichten. Bloß keine falsche Scheu! Lass deine Gabel ruhig zum Nachbarteller wandern und probiere Fleisch, Fisch und Gemüse, ganz nach deinem Geschmack.

Wo bekommt man als Besucher einen guten Kaffee? 

In Thessaloniki ist Kaffee mehr als nur ein Getränk, es ist eine Art Lebensgefühl. Wenn es ein Wort gibt, das Rhythmus und Atmosphäre von Thessaloniki perfekt zusammenfasst, dann ist es halara, was soviel bedeutet wie „die Dinge nehmen, wie sie kommen“. Besonders im Sommer nehmen sich die Menschen dieses Credo zu Herzen, wenn sie entspannt durch die Straßen schlendern, fast immer mit einem frappé, freddo cappuccino, oder einem Espresso in der Hand. Der Frappé wurde übrigens durch Zufall erfunden, als jemand keinen Zugang zu heißem Wasser hatte. Zum Glück! Denn heute ist er das perfekte Getränk, um einen warmen Sommertag zu begrüßen. Bei schönem Wetter genießt du deinen Morgenkaffee am besten am Wasser. Mit etwas Glück kannst du den Berg Olymp, die sagenumwobene Heimat der Götter, in der Ferne erkennen.

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