Die Queer History of Berlin Tour

Ein unvergessliches Erlebnis mit GetYourGuide

Queere Geschichte wurde auch auf Deutsch geschrieben – und zwar genau hier in Berlin! Trotz heftiger Rückschläge hat die Community hier nie aufgegeben, für ihre Rechte zu kämpfen. Wichtigster Schauplatz dafür ist der Nollendorfkiez, welcher seit über 120 Jahren das Herz der queeren Bewegung ist.

Begib dich gemeinsam mit Leni und Avi, zwei der Queer Eye Germanys Fab Five, sowie dem lokalen Insider Holger auf die Spuren der Berliner LGBTQIA+ Vergangenheit. Bei dieser Tour erfährst du mehr über ihre Lieblingsorte und was für sie die queere Community in Berlin ausmacht.

Tickets sind kostenlos sowie in begrenzter Kapazität verfügbar und werden nach der Reihenfolge der erhaltenen Anfragen vergeben. Die Tour wird auf Deutsch gehalten.

Ein unvergessliches Erlebnis

Vom Pink Triangle Memorial bis zum Berghain der 80er – Holger, der Gründer von Queer Tours Berlin, weiß alles über die queere Geschichte der Hauptstadt. Während die Gesellschaft in den 20er Jahren noch viel offener und inklusiver war, wurde in der Zeit des Nationalsozialismus sämtliche Freiheit innerhalb weniger Wochen ausgelöscht. Entdecke gemeinsam mit Holger, Avi und Leni die bunten aber auch dunklen Seiten des queeren Berlins. Folge ihnen zu ihren Lieblingsspots im Regenbogenkiez. Finde heraus, wo Bi-Ikone Marlene Dietrich einst abhing und wo man auch heute noch – also 120 Jahre später – queere Kultur in Berlin hautnah erleben kann.

Über Avi

Avi Jakobs, Hair- und Make-up-Artist und Protagonistin der Erfolgsserie Queer Eye Germany, setzt sich leidenschaftlich für Aufklärung und Inklusion ein. Sie nutzt ihre Reichweite auf Social Media, um Mitgliedern der LGBTQIA+ Community zu mehr Selbstliebe und Selbstvertrauen zu verhelfen sowie queeren Themen Sichtbarkeit und Relevanz zu verleihen.

Wie sah deine erste Begegnung mit dem queeren Berlin aus?
Meine ersten Begegnungen waren tatsächlich der Christopher Street Day (CSD), damals mit meiner lesbischen Crew, meinen Girls. Das war super intensiv, ich war davor noch nie auf dem Berliner CSD. Ich hab mich in die Unterwäsche meiner Mama gepackt und bin so dorthin gegangen: Das war für mich einfach nur eine Möglichkeit, ich zu sein, und es war eine große Party. Dadurch, dass dieser Tag so ein Highlight ist, kommen Menschen von überall und der Vibe ist dort dementsprechend besonders.

Hat sich die Bedeutung des CSD im Laufe der Jahre für dich gewandelt?
Die Bedeutung des CSD hat sich für mich komplett verändert. Mittlerweile ist es so, dass ich den Tag wirklich auch als Demo sehe und für Rechte kämpfe. Ich denke, es wäre gut, wenn mehr Menschen ihn nicht nur als fette Party betrachten, da es noch immer so viel zu tun gibt. Ein Plakat zu basteln, hochzuhalten und währenddessen zu feiern, ist ja nicht zu viel verlangt.

Was muss deiner Meinung nach getan werden, damit Berlin noch inklusiver wird?
Ich finde, mehr Aufklärungsarbeit ist nötig, denn selbst innerhalb der Community ist es manchmal gar nicht so inklusiv. Es gibt überall Gruppen, die andere verurteilen, weil sie sie nicht verstehen. Ich appelliere immer an die Menschen, sich auch über andere Identitäten und andere Realitäten zu informieren – und nichts zu verurteilen, nur weil man selber nicht genauso denkt. Und nur weil es jetzt schon besser ist, heißt das nicht, dass man das einfach genießen sollte, sondern der Kampf sollte immer weitergehen. Wir müssen generell sehr, sehr viel erklären. Und alle Menschen, die nicht betroffen sind, brauchen wir, um auch für uns einzustehen.

Was ist dein Top-Tipp, um queere Kultur in Berlin zu erleben? Hast du einen Lieblingsort?
Feiern gehen. Ich denke nicht, dass es viele Städte gibt, in denen man so feiern kann wie in Berlin, wo man so frei ist. Ich denke gerne zurück an die ersten Male, als ich mich richtig ausgetobt habe, was meine Looks angeht. Die Berliner Clubs waren meine Safe Spaces. Da darfst du alles sein, was du möchtest, und das ist schön. In Mitte fühle ich mich sehr wohl. Ich mag die vielen Cafés und generell ist dort alles sehr offen. Ich kann dort alles tragen, was ich möchte, und fühle mich sicher.

Über Leni

Als Life Coach unterstützt Leni Bolt ihre Klient*innen dabei, die Balance zwischen Berufs- und Privatleben zu finden und Frieden mit ihren inneren Konflikten zu schließen. Dabei greift sie auch schon mal zu etwas unkonventionelleren Methoden, wie zum Beispiel Skateboarden oder Alpaka-Wanderungen. Auch in ihrer Rolle bei Queer Eye Germany gelingt es Leni mit ihrer liebenswürdigen und weltoffenen Art, anderen Menschen Mut zu schenken.

Du bist in einer eher konservativen deutschen Stadt aufgewachsen. Wie hast du deinen Weg nach Berlin gefunden?
Ich wusste schon als Teenager, dass ich später einmal in Berlin leben möchte – in meiner Heimatstadt habe ich mich nie richtig akzeptiert und wohl gefühlt. Ich kann mich noch an meine erste Begegnung mit dem queeren Berlin erinnern: Ein Freund hat mich zu einer queeren Party mitgenommen. Dort habe ich auch zum ersten Mal Drag Queens gesehen. Ich weiß noch, wie sie mich verzaubert und in ihren Bann gezogen haben. Das war total schön.

Worüber sind Menschen deiner Erfahrung nach immer noch überrascht?
Ich habe das Gefühl, dass viele Menschen mit dem Begriff nicht-binär oder non binary immer noch nicht so viel anfangen können. Genau dort möchten wir Aufklärungsarbeit leisten, um Menschen zu zeigen, dass es noch mehr gibt als Mann oder Frau: nämlich Personen, die sich dazwischen bewegen. Sodass wir in 120 Jahren dann auch mehr über uns nicht-binäre Menschen lesen werden.

Dein Tipp, um Kultur in Berlin zu erleben?
Mein Top-Tipp ist auf jeden Fall: Sei offen. Entdecke den Nollendorfkiez, strahl einfach ein bisschen durch die Straßen und erkunde den Ort für dich. Was ich persönlich auch sehr cool finde, sind die Voguing Balls. Da muss man vorher ein bisschen recherchieren, wann die stattfinden, aber es lohnt sich: Da ist so viel Energie, so viel Liebe und Community. Und ich finde das Schwuz total toll, das ist ein queerer Club, der sehr inklusiv ist.

Was können junge queere Personen von älteren Menschen in der Community lernen?
Gerade für junge Menschen ist es wichtig, nicht die Vergangenheit zu vergessen. Ich finde es toll, dass die nächste Generation gerade viel offener aufwächst als wir. Viele junge Menschen wissen, was Transpersonen sind, was nicht-binäre Menschen sind. Das hängt natürlich auch mit Social Media zusammen. Ich hoffe, sie sind sich auch bewusst, dass das nicht immer so war und sie die Macht haben, das aufrecht zu erhalten, sodass wir diese Freiheit behalten können.

Blickst du positiv in die Zukunft?
Wenn ich das so sagen könnte ... Ich bin der Zukunft gegenüber auf jeden Fall aktivistisch eingestellt. Ich sehe eine Seite, die so extrem Angst hat vor queeren Menschen und so gegen uns ist. Was ich nicht verstehe, denn wir nehmen niemandem etwas weg. Auf der anderen Seite sehe ich aber auch so viel Support von Allies – also Menschen, die selber nicht queer sind, sich aber stark machen für uns. Deswegen blicke ich mit Hoffnung in die Zukunft.